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Colmar besichtigen: was sieht man, und in welcher Zeit?
Kurz gesagt
Die Altstadt von Colmar lässt sich in einem halben Tag erlaufen: Klein-Venedig, Gerberviertel, Koifhus, Pfisterhaus und Martinsmünster liegen in einem Umkreis von 800 Metern. Einen ganzen Tag braucht, wer das Museum Unterlinden mit dem Isenheimer Altar hinzunimmt. Die Stadt selbst hat keine Reben: die ersten Hänge beginnen in Eguisheim und Turckheim, eine Viertelstunde entfernt.
Colmar drängt auf wenigen Straßen zusammen, wofür das Elsass sonst hundert Kilometer braucht: Kanäle, Fachwerk aus dem 15. Jahrhundert, eine mittelalterliche Kaufhalle und eines der großen Museen Frankreichs. Die Stadt wird vollständig zu Fuß besichtigt, ohne das Auto noch einmal anzurühren, was sie zu einem bequemen Standquartier macht. Hier steht, was man sieht, wie lange es dauert und wie es weitergeht in die Weindörfer, die eine Viertelstunde entfernt anfangen.
Colmar in einem Satz
Hauptstadt der Elsässer Weine und drittgrößte Stadt der Region: Colmar kam durch die Kriege, ohne seinen alten Kern zu verlieren. Weder die Bombardierungen von 1945 noch der Städtebau der folgenden Jahrzehnte haben die mittelalterlichen Viertel angetastet. Das erklärt die ungewöhnliche Dichte des Zentrums, in dem sechs Jahrhunderte Architektur auf wenigen hundert Metern stehen. Die Stadt ist zudem die Geburtsstadt von Auguste Bartholdi, dem Bildhauer der Freiheitsstatue, deren zwölf Meter hohe Nachbildung die Besucher am Nordeingang empfängt.
Was man in Colmar sieht: das Wesentliche an einem halben Tag
Alles geht zu Fuß, die Altstadt ist fast durchgehend Fußgängerzone. In der Reihenfolge eines sinnvollen Rundgangs:
- Klein-Venedig: die Schifferhäuser entlang der Lauch, gesehen von der Sankt-Peter-Brücke. Es ist das meistfotografierte Bild des Elsass, am frühen Morgen hat man es für sich.
- Das Gerberviertel: hohe schmale Häuser des 17. und 18. Jahrhunderts, deren offene Dachböden zum Trocknen der Häute dienten.
- Die Markthalle: eine Halle aus Backstein und Gusseisen von 1865, 2010 wiedereröffnet, mit Käse, Bretzeln und offenen Weinen.
- Das Koifhus: das alte Zollhaus von 1480, erstes öffentliches Gebäude der Stadt, in dem die Städte der Dekapolis ihre Abgaben regelten.
- Das Pfisterhaus: die Fassade von 1537 mit Holzgalerie und Ecktürmchen gilt als schönstes Bürgerhaus des Elsass.
- Das Kopfhaus: einhundertfünf schneidende Gesichter auf einer Renaissancefassade von 1609, heute Hotel und Restaurant.
- Das Martinsmünster: gelber und rosa Sandstein, im 14. Jahrhundert vollendet, oft Kathedrale von Colmar genannt, obwohl es diesen Rang nie hatte.
Das Museum Unterlinden und der Isenheimer Altar
Untergebracht in einem Dominikanerinnenkloster des 13. Jahrhunderts und 2015 von Herzog und de Meuron erweitert, ist Unterlinden das meistbesuchte Museum des Elsass. Man kommt für den Isenheimer Altar, den Matthias Grünewald zwischen 1512 und 1516 für einen Hospitalorden malte, der das Antoniusfeuer behandelte: eine Kreuzigung von seltener Härte, zwischen 2018 und 2022 restauriert. Der übrige Bestand umfasst das rheinische Mittelalter, die deutschen Primitiven und eine solide Moderne, von Monet bis Picasso. Zwei Stunden sind angemessen, mehr, wenn die Malerei einen hält. Die Dominikanerkirche, drei Minuten entfernt, bewahrt die Madonna im Rosenhag von Martin Schongauer, die den Umweg allein lohnt.
Wie lange und zu welcher Jahreszeit
Ein halber Tag deckt die Altstadt ab, ein ganzer mit Unterlinden und einer Pause in der Markthalle. Zwei Tage erlauben das Bartholdi-Museum, die Dominikanerkirche und einen Abstecher ins Weinbaugebiet. Zur Jahreszeit: April bis Juni bringt blühende Fassaden ohne das Gedränge des August, September das Licht der Lese und noch geöffnete Terrassen. Ende Juli zieht die Weinmesse ein beträchtliches Publikum an und füllt die Hotels. Von Ende November bis Ende Dezember lebt die Stadt im Takt ihrer Weihnachtsmärkte, ein Thema mit eigener Seite.
Anreise und Parken
Colmar liegt 70 Kilometer von Straßburg entfernt, fünfzig Minuten über die A35, und der Bahnhof wird aus Paris in weniger als drei Stunden direkt bedient. Da die Altstadt Fußgängerzone ist, parkt man unmittelbar am Rand: Parkhäuser Rapp, Lacarre, Scheurer-Kestner oder Mairie, alle keine zehn Gehminuten von Klein-Venedig. In der Hochsaison und samstags sind sie vor Mittag belegt. Die Stadt eignet sich schlecht zum Fahren und bestens zum Gehen: einmal abgestellt, dient das Fahrzeug nur noch der Fahrt in die Reben.
Colmar und das Weinbaugebiet: was nach der Stadt kommt
Colmar hat keinen eigenen Hang. Die ersten Reben beginnen in Wettolsheim und Eguisheim, sieben Kilometer entfernt, Turckheim ebenso weit, Kaysersberg und Riquewihr etwa zwanzig Minuten. Deshalb taugt die Stadt als Standquartier und nicht als Weinziel: man schläft dort, isst dort und verkostet anderswo. Zwei Möglichkeiten bieten sich Gästen ohne Auto oder ohne Lust, nach einer Verkostung zu fahren: die Touren ab Colmar, die das Weinbaugebiet an einem halben oder ganzen Tag aufnehmen, und die Tour nach Maß, wenn ein bestimmtes Dorf im Kopf steht. Die Einzelheiten der Formeln ab der Stadt stehen in unserem Beitrag Weinstraßen-Tour ab Colmar.
Häufige Fragen
Wie viel Zeit braucht man für Colmar?
Einen halben Tag für die Altstadt zu Fuß, einen ganzen Tag mit dem Museum Unterlinden. Zwei Tage, wenn das Bartholdi-Museum und ein Abstecher in die Weindörfer dazukommen.
Was muss man in Colmar gesehen haben?
Klein-Venedig, das Gerberviertel, das Koifhus, das Pfisterhaus, das Martinsmünster und das Museum Unterlinden mit dem Isenheimer Altar. Alles in einem Umkreis von 800 Metern.
Lässt sich Colmar zu Fuß besichtigen?
Vollständig. Die Altstadt ist Fußgängerzone und die wichtigsten Orte liegen keine zehn Minuten auseinander. Das Auto dient nur der An- und der Weiterfahrt ins Weinbaugebiet.
Gibt es in Colmar selbst Reben?
Nein. Die Stadt ist durch Geschichte und Handel die Hauptstadt der Elsässer Weine, doch die Hänge beginnen in Wettolsheim, Eguisheim und Turckheim, sieben Kilometer entfernt, die bekanntesten Grands Crus etwa zwanzig Minuten.
Wann besucht man Colmar am besten?
April bis Juni für blühende Fassaden ohne Sommerandrang, September für das Licht der Lese. Ende Juli füllt die Weinmesse die Stadt, der Dezember gehört den Weihnachtsmärkten.
Wo parkt man in Colmar?
In den Parkhäusern Rapp, Lacarre, Scheurer-Kestner oder Mairie am unmittelbaren Rand der Fußgängerzone, keine zehn Gehminuten von Klein-Venedig. Samstags und in der Hochsaison vor Mittag ankommen.
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